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Schwierige Kinder (Teil 2) - Vielleicht bist du Teil des Problems – und der Lösung.

Aktualisiert: 15. Juli 2025

Worum es bei schwierigen Kindern eigentlich geht

„Du sollst dich jetzt anziehen! Was ist denn so schwer daran?“ – die Stimme der Mutter ist laut, schärfer als beabsichtigt. Ihr Kind steht vor ihr, Tränen kullern. Es wollte doch nur noch kurz das Bild zu Ende malen.

Die Mutter spürt es sofort: Das war zu viel. Aber der Ärger kocht noch in ihr. Warum ist sie schon wieder so laut geworden? Sie wollte doch nur los. Und jetzt steht da dieses kleine, verletzte Wesen – und sie hat das Gefühl, versagt zu haben.

Später, als Ruhe einkehrt, kommt das schlechte Gewissen. „Warum regt mich das eigentlich so auf? Es war doch gar nichts Dramatisches.“

Vielleicht kennst du solche Momente. Du willst liebevoll sein – aber plötzlich sagen oder tun wir Dinge, die wir im nächsten Moment bereuen. Du reagierst, obwohl du eigentlich führen wolltest. Du ziehst dich zurück, obwohl dein Kind Nähe bräuchte.

Und vielleicht geht es in solchen Situationen gar nicht nur um dein Kind – sondern auch um dich selbst.


Wenn zwei Menschen aufeinandertreffen

Niemand bringt uns so leicht aus dem Gleichgewicht wie unser eigenes Kind –nicht, weil es etwas falsch macht, sondern weil es uns berührt.

Denn auch wir als Eltern haben unsere eigene Persönlichkeit: eine bestimmte Art zu denken, zu fühlen, zu handeln. Vielleicht planst du gerne voraus, liebst Klarheit und Struktur. Vielleicht brauchst du Harmonie, Verlässlichkeit oder einen ruhigen Ablauf.

Sie beeinflussen jedoch, wie du dein Kind wahrnimmst. Und wenn dein Kind ganz anders „tickt“ – sensibler, langsamer, impulsiver oder freier – kann genau das herausfordernd sein.

Hinzu kommen die inneren Prägungen, die du aus deiner eigenen Kindheit mitbringst. Sätze wie „Reiß dich zusammen“, „Das macht man nicht“ oder „So war ich in deinem Alter nicht“ wirken manchmal tiefer, als uns bewusst ist. Sie formen innere Reaktionsmuster, die in Stressmomenten wie automatisch ablaufen.

Was wir in solchen Momenten erleben, ist nicht nur das Verhalten unseres Kindes – sondern auch unsere eigene Reaktion darauf: geprägt von unserer Persönlichkeit, unseren Erinnerungen, unserem Selbstbild.

Es ist ein Aufeinandertreffen von zwei inneren Welten – zwei Arten zu fühlen, zu denken, zu reagieren. Und genau hier entstehen viele Missverständnisse mit sogenannten „schwierigen Kindern“ – nicht, weil jemand „falsch“ ist, sondern weil wir einander aus ganz unterschiedlichen Perspektiven begegnen.

 

Und genau hier liegt die Chance für Veränderung: wenn du unterscheiden kannst, was dein eigenes Thema ist – und was wirklich dein Kind betrifft.

Doch dafür brauchst du einen ehrlichen, klaren Blick auf dich selbst. Nicht um dich zu hinterfragen – sondern um dich besser zu verstehen.


Du darfst dich gern mit neuen Augen sehen

In stressigen Alltagssituationen handeln wir oft so, wie wir es gewohnt sind –nicht, weil es „richtig“ ist, sondern weil es zu unserer Struktur passt. Zu unserer Art zu denken, zu fühlen, zu bewerten.

Ein Facereading für dich als Mutter oder Vater ist kein Test, kein Etikett, keine Diagnose. Es ist ein ehrlicher, tiefer Blick auf deine Persönlichkeit – auf das, was dich im Kern ausmacht.


Du erkennst zum Beispiel:

  • Dass du vielleicht besonders hohe Erwartungen an dich selbst (und andere) hast – und wie sich das auf dein Kind auswirkt.

  • Dass du Konflikten lieber ausweichst – obwohl dein Kind klare Führung braucht.

  • Dass du bestimmte Verhaltensweisen deines Kindes als „anstrengend“ empfindest, weil sie deinen eigenen Bedürfnissen entgegenstehen:

    z. B. Unordnung bei einem Strukturmenschen, Langsamkeit bei jemandem, der Effizienz liebt.

  • Oder dass du innerlich zwischen zwei Polen schwankst – etwa zwischen dem Wunsch nach Kontrolle und dem Bedürfnis nach Nähe.


Diese Erkenntnisse sind wertvoll und befreiend. Denn sie ermöglichen dir, dich selbst in einem neuen Licht zu sehen – mit mehr Verständnis, mit mehr Mitgefühl, aber auch mit mehr Klarheit.

Nur wenn du dich selbst besser verstehst, kannst du erkennen: „Das bin ich – und deshalb reagiere ich so.“ Und genau das ist der Moment, in dem bewusste Veränderung möglich wird.


Wenn Verständnis zur Verbindung führt

Hände zweier Menschen

Wenn du dein Kind besser verstehst und dich selbst, entsteht ein ganz neuer Raum:

  • Weniger Vorwürfe

  • Mehr Gelassenheit

  • Klare, empathische Führung

Es geht nicht darum, perfekt zu sein – sondern authentisch. Verbindung entsteht nicht durch Kontrolle oder Erziehungstechniken. Sondern durch das Bewusstsein: Ich sehe dich. Und ich kenne mich.


Wenn du dich nicht mehr ausgeliefert fühlst, musst du nicht mehr reflexartig reagieren. Du kannst bewusst agieren – aus deiner inneren Klarheit heraus.


Fazit: Der Blick auf zwei Welten kann alles verändern

Ein Facereading ermöglicht nicht nur einen Blick auf dein Kind. Es ist auch ein Geschenk an dich selbst – und an eure Beziehung.

Wer sich selbst erkennt, kann anderen auf Augenhöhe begegnen – ruhig, klar und zugewandt. Somit schaffst du genau den Raum, den Kinder brauchen: einen Raum, in dem sie echt sein dürfen – und wachsen können.


Du willst dein Kind verstehen? Dann schau auch auf dich.

Lass uns diesen Schritt gemeinsam gehen – hin zu deinem persönlichen Facereading.


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