Erfolg & Leere – wenn der Applaus verhallt
- Daniela Dörre
- 25. März
- 2 Min. Lesezeit
Von außen sieht es gut aus:
Dein Auftritt. Deine Bühne.
Erfolg. Sichtbarkeit. Anerkennung.
Menschen schauen hin. Vielleicht sogar zu dir auf.
Und dann – gibt es diese Momente, in denen es still wird.
Ganz still.
Du spürst diese Leere. Verdrängst sie.
Machst weiter.
Du funktionierst.
Du lieferst.
Bist zuverlässig.
Und genau das wird gesehen.
Das Ergebnis.
Deine Rolle.
Deine Performance.
Und solange sie stimmt,
bist du jemand.
Solange es läuft,
passt alles.
Dann bist du „die, die das schafft“.
Die, die man bewundert.
Die, die man braucht.
Und wenn nicht?
Dann wird es leise.

Kein Applaus.
Keine Nachfrage.
Kein Interesse.
Als würde etwas in dir mit verschwinden.
Plötzlich rutscht alles.
Nicht nur im Außen.
Sondern innen - in dir.
Als hätte dein Wert keinen eigenen Boden.
Als würde er sich an etwas klammern,
was jederzeit kippen kann.
Erfolg ist sichtbar.
Aber das,
woran er sich anheftet,
oft nicht.
Dieses leise Gefühl:
Ich bin nur so viel wert,
wie das, was ich gerade leiste.
Nicht ausgesprochen.
Aber spürbar.
Wie es wirkt.
Dich beeinflusst.
In der Art, wie du denkst.
Wie du entscheidest.
Wie du dich zeigst.
Oder?
Robert Greene beschreibt,
wie sehr wir Menschen auf Bestätigung reagieren.
Wie schnell wir anfangen,
uns selbst durch die Augen anderer zu sehen
Und wie gefährlich es wird,
wenn daraus etwas wird,
das wir brauchen.
Dann ist Anerkennung
kein schönes Extra mehr.
Sondern Nahrung.
Und ohne sie
wird es eng.
Vielleicht ist das der Moment,
in dem Leere entsteht.
Weil das,
was da ist,
nicht bei dir bleibt.
Es gehört immer auch den anderen.
Ihren Blicken.
Ihren Bewertungen.
Ihren Erwartungen.
Du bist sichtbar.
Aber verbunden?
Und vielleicht ist genau das
der Punkt,
über den niemand spricht:
Dass Erfolg tragen kann.
Aber nicht hält.
Dass Applaus laut ist.
Aber schnell vergeht.
Und dass es etwas in dir gibt,
das davon unberührt bleiben will.
Etwas,
das nicht besser wird,
wenn du mehr erreichst.
Und nicht schlechter,
wenn etwas scheitert.
Die Frage ist nur:
Kennst du diesen Teil überhaupt?
Oder begegnet dir immer nur
die Version von dir,
die funktioniert?
Und was passiert,
wenn genau diese Version
für einen Moment ausfällt?
Was dann?
